Mit diesen Camper-Vans geht es 2022 auf große Reise: Alle Modelle im Überblick (2023)

Inhalt

  • Was ist ein Camper-Van?
  • Welche Camper gibt es?
  • Was kostet ein kleiner Camper?
  • Welcher Camper-Van ist der beste?
  • Fazit

Was ist ein Camper-Van?

Ein Camper-Van hebt sich klar von Wohnmobilen und Wohnwagen ab. Der einfachste Unterschied ist sicherlich, dass ein Camper-Van kein WC und keine Dusche an Bord hat. Entsprechend ist er ein normales Alltagsauto, das mit gewissen Extras kommt und sich zum vorübergehenden Schlafplatz umfunktionieren lässt.

Ob der Camper-Van das ist, was man sucht, erfährt man schnell durch die Beantwortung dieser Fragen: Wie viele Personen fahren und schlafen mit? Sollen es Kurztrips nach Italien oder wochenlange Rundreisen durch Skandinavien sein, lieber Campingplatz oder Wildcampen - welche Ausstattung brauche ich? Soll's ein kleines Reise- und Alltagsfahrzeug für zwei Personen sein, das auch in Parkhäuser passt oder ein bisschen mehr Platz oder Luxus?

Camper-Vans sind mit knapp 2 Metern Höhe (fast immer) Tiefgaragen-tauglich und mit etwa 5 Metern Länge angenehm wendig. Dank Aufstelldächern bieten sie zusätzlich zu den bis zu 7 Sitzplätzen auch 2 oder gar 4 Schlafplätze. Viele Hersteller kommen mit weiteren Ausbau-Optionen daher, die auf kleinstem Raum vielfältige Möglichkeiten bieten.

Wer auf das Badezimmer nicht ganz verzichten, sich aber auch keinen Wohnmobil-Riesen vor das Haus stellen möchte, der kann auf einen teilintegrierten Van zurückgreifen. Auf etwa 6 Metern Länge nutzen sie das gewohnte Fahrgestell (zum Beispiel eines Fiat Ducato, Citroën Jumper oder Renault Master) und die Wohnkabine kommt als Aufbau darauf.

Welche Camper gibt es?

Mercedes Marco Polo

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Fangen wir doch gleich mit der oberen Preiskategorie an. Der Mercedes Marco Polo basiert auf der Mercedes V-Klasse und ist im Gegensatz zu den meisten Camper Vans beim Mercedes Händler direkt zu haben. Mit einer Fahrzeughöhe von unter 2m passt er noch in eine Tiefgarage und ist somit auch als Alltagsauto einsetzbar. Mit einem Schlafplatz im Aufstelldach können bis zu zwei Abenteurer bequem nächtigen und dank Frontfenster (nur beim Sondermodell ArtVenture) des „Zeltes“ auch die Sterne beobachten. Theoretisch können auch unten noch bis zu zwei Personen schlafen, allerdings wird es dann eng und von entspanntem Urlaub bleibt nicht viel. Auch für das leibliche Wohl ist hier dank Schrankmodul mit Küchenteil und Tisch gesorgt. Und wenn es draußen mal kalt wird, muss trotzdem niemand beim Essen bibbern, denn eine Standheizung ist integriert. Natürlich fehlt die Nasszelle üblicherweise, nichtsdestotrotz hat man die Möglichkeit, über einen großen Frischwassertank und einen Duschkopf im Kofferraum an der frischen Luft zu duschen. Empfindlich darf man dabei nicht sein – Duschkabine gibt es nicht. Dafür fährt man mit mobiler Terrasse inklusive Markise und hat man sein Ziel endlich erreicht, kann man die laue Sommernacht am Marco Polo eigenen Campingtisch mit zwei Stühlen genießen. Wenn es nicht ganz so viel Abenteuer sein soll, ist der Marco Polo auch perfekt für den Campingplatz und bietet außen einen Stromanschluss.

Auch wenn es bei diesem Ratgeber hauptsächlich ums Campen geht, wollen wir die technischen Daten nicht außer Acht lassen. Den Marco Polo kann man im Konfigurator in diversen Ausstattungsvarianten bekommen. Der günstigste ist der Marco Polo Activity Edition. Er kommt mit 136 PS für 54.990 Euro. Will man auf nichts verzichten, schaut man den Marco Polo Edition mit 237 PS und Allradantrieb an. Ihn gibt’s ab 81.466,21 Euro.

VW California

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Längst Kultstatus hat der VW California. Er ist nicht nur der Traum vieler Aussteiger, Abenteurer und Festival-Freunde, auch die Großfamilie greift gerne auf den geliebten Bulli zurück. Inzwischen in der sechsten – bald sogar siebten – Generation lässt er kaum Camper-Wünsche offen. Neben einem Aufstelldach mit Panoramafenster, das ein Hotelzimmer für maximal zwei Personen bietet, gibt es auch eine gut ausgestattete Küche. Mit zwei Gaskochfeldern, einer herausnehmbaren Spülschüssel und einer robusten Arbeitsplatte stehen einem Candle-Light-Dinner nichts mehr im Wege. Übrigens: Wie auch im Marco Polo stehen im California theoretisch unten noch zwei Schlafplätze zur Verfügung. Das ist aber wirklich nur empfehlenswert, wenn die Familie mit zwei Kindern unterwegs ist. Mit Freunden wird es schnell beengt.

Erhältlich ist der California in zwei Varianten: als preisgünstigeren „Beach“ oder als Luxusvariante „Ocean“. Den Beach mit Basisausstattung gibt es als 4-Zylinder-Dieselmotor, 81kW und 250 Nm ab 54.460,35 Euro. Dabei ist eine Höchstgeschwindigkeit von 164 km/h drin. Wer auf nichts verzichten will, muss tiefer in den Geldbeutel greifen. Den California Ocean gibt es ab 72.310,35 Euro. Dafür bekommt man zwar keinen stärkeren Motor – im Urlaub soll man eh einen Gang zurückschalten – aber in der Ausstattung gibt es deutliche Unterschiede. Als Beispiel sei das Dach genannt, das man beim Beach manuell bedienen muss. Auch in der Küche muss man deutliche Abstriche machen. Alles in allem kann man trotzdem sagen: Zum spontanen Roadtrip reicht der California Beach allemal. Gebrauchte Modelle der früheren Generation findet man mit etwas Glück ab 25.000 Euro. Wer es doch lieber richtig schnell will, muss tief in die Tasche greifen: Den California Ocean gibt es mit 204 PS ab 86.893,80 Euro.

Ford Transit Custom Nugget

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Ein kleiner Geheimtipp kommt aus dem Hause Ford. Der Ford Transit Custom Nugget hat richtig viel zu bieten. Man bekommt ihn wahlweise mit Hoch- oder Aufstelldach und genießt damit je nach Belieben die bequeme Standhöhe im Wagen oder die Flexibilität, ihn auch als Alltagsauto zu nutzen, das in jede Tiefgarage passt. Das wird nämlich mit Hochdach und 2,80m Höhe schwierig. Die kleine Küche im Heck ist mit zwei Gaskochfeldern, einem Kühlschrank, einem Spülbecken und ausreichend Arbeitsfläche ausgestattet, sodass man gut und gerne mal aufs Restaurant verzichten kann. Schlafplätze gibt es auch hier genug. Im Hoch- oder Aufstelldach findet sich einer für zwei Personen und auch die Sitzbänke lassen sich zu einem weiteren Bett für bis zu zwei Personen umbauen. Beim Motor hat man die Wahl zwischen 130, 150 oder 170 PS. Die Einstiegsvariante mit 130 PS und einem 6-Gang-Schaltgetriebe kostet rund 57.700 Euro.

Renault Trafic SpaceNomad

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Bald bietet auch Renault mit dem Trafic SpaceNomad einen Campingbus an, der durchaus mit der oberen Klasse mithalten kann. Auch im Franzosen sind die üblichen Campingutensilien untergebracht. Neben einem Aufstelldach, das einen Schlafplatz für maximal zwei Personen bietet, gibt es auch hier das zusätzliche Bett auf der Rücksitzbank – wenn es sein muss. Genauso sieht es mit der Küche aus: Der große 2-Flammen-Herd und der 49l-Kühlschrank zaubern für Spontanurlauber das ein oder andere Festmahl. Für das Dinieren an der frischen Luft steht eine große Markise bereit. Der Marktstart ist für Anfang 2022 geplant, noch gibt es aber keine konkreten Informationen. Der Renault Trafic SpaceNomad soll ab 59.000 Euro Basispreis und mit Motoren bis zu 170 PS erhältlich sein. Warten lohnt sich also unter Umständen.

Wie gelingt die Suche nach dem Camper-Van?

Leider war es das schon weitgehend mit den direkt bei den Händlern zu habenden Camper-Vans. Blickt man auf den Schweizer Markt, gibt es noch den Peugeot Traveller Camper. Im oberen Stock schläft man unter Panorama-Dach auf 1,85 x 1,23 m Liegefläche. Auf der umgelegten Rücksitzbank finden sich theoretisch zwei weitere Schlafplätze, für 3 oder gar 4 Personen ist das Schönwetterwohnmobil aber nicht die ideale Wahl. Peugeot bleibt hier eher dem Alltagswagen treu und setzt auf minimalistisches Campen. So findet man im Kofferraum die sogenannte MidiBox (u. a. Kochschublade, 2-Flammen Gaskartuschen Kocher). Das war‘s dann aber auch schon. Für viel Camping-Zubehör fehlt einer Familie der Stauraum.

Der Peugeot Camper kommt für ein bis zwei Urlauber in Frage. Aufgrund der fehlenden Spüle, WC und Dusche ist er außerdem eher etwas für Abenteurer oder eben den Campingplatz. Der 4-Zylinder-Turbodiesel bringt übrigens 177 PS mit 370 Nm Drehmoment mit. Mit einem Basispreis ab 65.930 Franken, also rund 64.500 Euro ist er aber wirklich nur etwas für Peugeot-Liebhaber, die bereit sind, auch noch Geld für den Import obendrauf zu legen. Ansonsten kann der Franzose mit den deutschen Größen kaum mithalten.

VanEssa

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Ein Auto sollte für alle Zwecke nutzbar sein. Das ist die Idee hinter VanEssa. Der Name entstand aus „Van“ und „Essen“ und war einst der Geistesblitz einer Camper-Familie für den Eigenbedarf. Heute ist VanEssa eine beliebte Marke für Camper-Van Umbauten. Die Systeme sind je nach Bedarf einbaubar und entsprechend muss man sich zwischen Van und Camper-Van nicht mehr entscheiden. Diese Systeme sind besonders gut geeignet für alle, die eine Vorliebe für spezielle Marken haben, diese aber keine eigenen Camper-Varianten anbieten. So kann man aus einem Opel Vivaro, einem Skoda Yeti, einem Citroën Spacetourer und vielen anderen seinen persönlichen Camper-Van bauen. Wenn man lieber ins Restaurant geht, als in einem Küchenmodul selbst zu kochen, lässt man es einfach weg oder nimmt die Kaffeebar stattdessen. Auch beim Schlafsystem hat man durchaus die Wahl. Einzelne Module kosten zwischen 1.000 und 3.000 Euro. Kompromisse? Gibt es nicht.

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Dank VanEssa ein weiterer Kandidat für sehr kompaktes Vanlife: Der Mercedes Benz Citan.

Er bietet auf ca. 4,50 Länge und ca. 1,26 Höhe tatsächlich einen Übernachtungsplatz. Mit den Modulmöbeln von VanEssa wird aus dem Hochdachkombi ein Mikro-Camper. Die Liegefläche von 1,15 m Breite ist zwar eher was für Alleincamper oder Frischverliebte, das Heckmodul bietet diesen aber dank eingebauter Spüle sogar mehr als das Allernötigste. Der Mercedes-Benz Citan ist als Diesel, Benziner und E-Fahrzeug erhältlich und mit 24.000 Euro Basispreis (!) auch für den schmalen Geldbeutel geeignet.

Crosscamp

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So sieht es auch mit einem Crosscamp aus. Produziert und vertrieben werden die Camper-Van Umbauten vom bekannten Reisemobilhersteller Dethleffs im Allgäu. Ganz so viel Auswahl wie bei VanEssa gibt es hier allerdings nicht. Man kann sich zwischen Opel und Toyota als Basismodell und für eine Crosscamp-Variante (Flex oder Lite) entscheiden. Das große Zusammenstellen fällt weg. Beide Varianten kommen mit einem Panorama Aufstelldach und somit Schlafplätzen für maximal 4 Personen. Beim Crosscamp Flex ist eine Multifunktionsküche integriert mit zwei-flammigem Gaskocher und Spüle, die man im Alltag auch ausbauen kann. Der Lite bietet dagegen nur einen untergebrachten Gaskocher im Heck an, der sich bei Bedarf und offener Heckklappe ausziehen lässt. Leistungsstark können sowohl Opel als auch Toyota. So hat man die Wahl zwischen 120, 145 (144 beim Toyota) und 177 PS. Das kann sich sehen lassen. Genau so der Preis: Den Crosscamp Lite gibt es in der Basisversion ab 45.099 Euro als Opel Zafira Life und ab 43.099 Euro als Toyota Proace. Als Flex gibt es den Toyota ab 44.599 Euro und den Opel ab 46.599 Euro.

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Opel Zafira Life als vollelektrischer Camper-Van

Neuerdings gibt es den Opel Zafira Life nur noch mit Elektroantrieb und nicht mehr mit Diesel-Motoren. Wer also ein vollelektrisches Campingmobil sucht, wird mit dem Opel Zafira e-Life unter Umständen fündig.

Was kostet ein kleiner Camper?

So genannte Mikro-Camper wie den Mercedes Benz Citan gibt es bereits ab 24.000 Euro. Ob das wirklich der Traum eines Abenteuer-Camp-Urlaubs ist, muss allerdings jeder für sich entscheiden. Wer nicht alleine reisen will, wird neu auf jeden Fall die 40.000 Euro knacken. Hier bieten sich vor allem die Umbauten, also Crosscamp oder VanEssa als Alternativen zum VW California oder Mercedes Benz Marco Polo an. Die beiden zeigen, dass es nach oben fast keine Grenzen gibt und die 85.000 Euro schnell auf der Uhr sind, wenn man auch ein bisschen Leistung möchte. Wer hier das große Schnäppchen sucht, kann gebraucht bei älteren California Modellen durchaus fündig werden, sollte aber dennoch mindestens 25.000 Euro einplanen.

Welcher Camper-Van ist der beste?

Auf diese Frage pauschal eine Antwort zu geben, ist beinahe unmöglich. Für jeden ist sicherlich ein anderer Camper-Van der beste. Es kommt hier auf Prioritäten und persönliche Vorlieben an. Träumt einer seit seiner Kindheit von einem VW Bulli California, wird es schwierig, ihn von einem Ford Nugget zu überzeugen. Nichtsdestotrotz sei gesagt, dass es nicht immer ein California sein muss. Der Blick über den Tellerrand lohnt sich allemal, denn ein Opel oder Toyota Crosscamp ist bezüglich Preis-Leistung kaum zu toppen. Also: Erst einmal überlegen, was einem wichtig ist. Soll der Camper-Van auch alltagstauglich sein? Steht die Übernachtung im Vordergrund oder auch die Verpflegung? Geht es für mehrere Wochen auf Abenteuerreise durch Schottland oder für zwei Tage an den Bodensee?

Fazit

Die Angebotspalette ist groß und so wird auch jeder fündig werden und mit seinem persönlichen Traum-Van in den Urlaub starten können. Allerdings ist der Camping-Spaß eines nicht: günstig. Denn aufgrund der hohen Nachfrage sind auch gebrauchte Camper-Vans sehr wertstabil.

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Author: Jeremiah Abshire

Last Updated: 03/13/2023

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